Wendepunkt Corona

Andreas Marx Verkehr + Umwelt

Veranlassung:

Seit Ausbruch der Corona Krise im Februar 2020 mache ich mir Gedanken über die tatsächlichen Ursachen und frage mich, welche Lehren und Konsequenzen sich aus dieser grassierenden Pandemie ziehen lassen.

Ich bin dabei – genau wie viele andere – zu dem Schluss gekommen, dass wir so nicht weitermachen können. Ähnlich wie nach dem verheerenden Tsunami vor genau 9 Jahren in Fukushima (Japan) in dessen Folge die Reaktorsicherheit kritisch reflektiert wurde und letztlich ein Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland folgte. 

Bekanntlich bietet jedes Desaster trotz dem großen menschlichen Leid und wirtschaftlichen Katastrophen, durchaus auch positive Effekte, die allerdings nur dann einen Sinn ergeben, wenn die dazu erforderlichen Maßnahmen von allen Beteiligten, das bedeutet in diesem Fall auf der ganzen Welt umgesetzt werden. Eine Verteuerung der Transportkosten den weltweiten Handel durchaus einschränken, wenn sich die dadurch höherpreisigen Produkte regional günstiger herstellen lassen. 

Mit der damit einhergehenden Verkehrsvermeidung tun wir auch etwas für den Erhalt einer sauberen Umwelt, die als öffentliches Gut unbedingt geschützt werden muss. Teure, schmutzige Transporte werden auch eine Verlagerung auf emissionsarme Transportmittel bewirken, womit wir die Schiene konkurrenzfähiger machen – sollte es gelingen, die dafür notwendigen Kapazitäten aufzubauen.

Heute sehe ich insbesondere die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit und Änderungsbereitschaft, die dieser Schicksalsschlag weltweit auslöste, dafür zu nutzen, um wirkungsvolle Gegenmaßnahmen zu treffen und vor allem global durchzusetzen. Damit ließe sich die nächste Virusinfektion regional besser eingrenzen und beherrschen und die schnelle Verbreitung rund um den Globus verhindern. Der Ressourcenverbrauch und die grassierende Umweltverschmutzung könnten nachhaltig und auf Dauer deutlich reduziert werden, um die Erde wieder ein Stück lebenswerter zu machen. Unsere Kinder hätten eine langfristige und gesunde Perspektive. Zu Recht glauben viele junge Menschen, dass die momentan bestimmende Generation der Traditionals nur eines im Sinn hat, ihren Wohlstand für ein tolles und möglichst langes Leben im Ruhestand zu sichern und sich kein bisschen um die Zukunft der XY und Z Generation schert.

  • Sozial- und Umweltdumping weltweit verhindern
  • Freies und öffentliches Gut nicht länger zerstören und verschwenden
  • Regionale Backups für systemrelevante Produkte schaffen
  • Nachhaltiges Wachstum – statt Globalisierung um jeden Preis
  • Schadens- und Vermeidungskosten für jeden Eingriff in die Natur
  • Umweltfreundliche Verkehrsmittel ausbauen und konsequent wettbewerbsfähig machen

„Corona bedroht den eigenen Vater oder die eigene Großmutter, die Klimakatastrophe den eigenen Enkel.“

Richard David Precht, „Das große Erwachen“ in DIE ZEIT 16.2020

Andreas Marx

Trier 31.03.2020