„Die Bürger müssen wissen, dass in unseren Städten weniger
Automobile nicht weniger, sondern mehr Lebensqualität bedeuten.“Johannes Rau - deutscher Politiker und 8. Bundespräsident
*16. Januar 1931; † 27. Januar 2006

Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Mobilität in den wachsenden Städten und Ballungszentren ist im Wandel und bringt neue Herausforderungen, insbesondere für den schienengebundenen Nahverkehr mit sich. Aspekte wie autonomes Fahren, Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit werden immer wichtiger und erfordern neue Ideen, die den Nahverkehr fit für die Zukunft machen.

Der Nahverkehr sollte dies als Chance begreifen, um auch weiterhin ein leistungsfähiges und umweltfreundliches System zu etablieren, das die Anforderungen der Kunden und Anrainer in Bezug auf Service, Komfort und Qualität erfüllt. Dabei lohnt es sich, den Blick über den eigenen Tellerrand und den Dialog mit den Betroffenen zu wagen.

Und genau hier setzt das Stadtbahnforum an, für das wir hochkarätige Experten aus Wissenschaft und Praxis für die aktuellen Themen zu Planung, Finanzierung, Lärmschutz, Bautechnik, Interaktion und Kommunikation mit dem Bürger gewinnen konnten.

Freuen Sie sich mit uns auf ein spannendes Forum mit intensiven Diskussionen und angeregtem Gedankenaustausch!

Ihr

Andreas Marx
Leiter Fachbereich Service


P R O G R A M M

Dienstag, 09. Mai 2017

11:00 Uhr Eintreffen der Teilnehmer
Mittagsimbiss im Hotel Herrenkrug
12:00 Uhr Begrüßung durch die Geschäftsführung
Konrad Schnyder, Präsident Owner Board der Rhomberg Sersa Rail Group (RSRG), Zürich
12:15 Uhr Erläuterungen zum Tagungsort
Andreas Marx, RS Gleisbau GmbH, Longuich
12:45 Uhr Vorstellung der Magdeburger Verkehrsbetriebe
Birgit Münster-Rendel, Geschäftsführerin der Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH & Co. KG

Strategische Herausforderungen

13:15 Uhr Lebens(t)raum Straße – ökologische & soziale Stadtplanung
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter, Bergische Universität Wuppertal

Was muss endlich geschehen, damit der „Lebensraum Straße“ nicht ein „Lebenstraum Straße“ bleibt oder sogar zum „Lebensalptraum Straße“ wird? Reichen einzelne gute Beispiele, die es zweifelsohne gibt, um genügend Ausstrahlungskraft auch auf „ganz normale“ Straßen in Klein-, Mittel- und Großstädten auszuüben? Welche Rahmenbedingungen müssen sich ändern und wie können Entscheidungsträger von einer ökologischen und sozialen Verkehrsplanung für lebenswerte Städte überzeugt werden? Es werden Antworten formuliert entlang der Grundfrage: „Wem gehört die Straße?“
14:00 Uhr Kurzvorstellung der Aussteller / Kaffeepause im Foyer
14:30 Uhr Urbane Luftseilbahnen: Besondere Herausforderungen beim Einsatz in der Stadt
Max Reichenbach, Karlsruher Institut für Technologie (ITAS), Karlsruhe

Seit wenigen Jahren bringen Verkehrsexperten und Stadtplaner immer wieder Vorschläge für Luftseilbahnen ein, die als zusätzliche Mobilitätsoption einen Beitrag zu nachhaltigerer Mobilität im urbanen Raum leisten können. Bis zu einer Entfernung von 10 km können Seilbahnen eine sinnvolle Alternative zu traditionellen Verkehrsmitteln wie Bus, Straßenbahn oder U-Bahn sein, als reine Punkt-zu-Punkt-Verbindung können sie jedoch keine Probleme in der Fläche lösen. Welche Chancen und Hemmnisse Luftseilbahnen für den im urbanen Raum bringen wird anhand ausgewählte Praxisbeispiele umgesetzter, geplanter und verworfener Projekte dargestellt.
15:00 Uhr ÖV-Finanzierung von Stadtbahninfrastruktur
Meinhard Zistel, Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV), Köln

Klimaschutzziele, Grenzwerte bei der Luftverschmutzung und aktuelle politische Grundsatzziele lassen erwarten, dass der Öffentliche Verkehr (ÖV) in Deutschland vor einem deutlichen Ausbau steht. Betrachtet man allerdings die Mittelausstattung des ÖPNV, so ist man von einer bedarfsgerechten oder gar wachsenden Mittelausstattung zumeist weit entfernt. Im Öffentlichen Straßenpersonenverkehr mit Bussen und Bahnen (ÖSPV) ist die Infrastruktur in die Jahre gekommen und bedarf der Erneuerung. Herr Zistel zeigt Vorschläge auf für eine Weiterentwicklung des heutigen Finanzierungssystems zu einem nachhaltigen und langfristig tragfähigem Zukunftssystem.
15:30 Uhr Kaffeepause im Foyer
16:00 Uhr Lärm- und Erschütterungsemissionen von Straßenbahnen und deren Wirkung auf die Anwohner
Michael Cik, Institut für Straßen- und Verkehrswesen, Graz

Lärm ist ein Stressor, der sowohl als Einzelfaktor als auch in Kombination mit anderen Umweltnoxen in Erscheinung tritt. Lärm erhöht über die Beeinträchtigung der Befindlichkeit das Risiko für Gesundheitsstörungen und trägt dadurch wesentlich zum Entstehen von Überlastungssyndromen bei. Die Abschätzung der Wirkung von Lärm ist aufgrund der komplexen Wahrnehmungswelt des Hörens nicht alleine mit einzelnen physikalischen Größen möglich. Eine richtige Interpretation kann daher nur im Zusammenhang mit der Gesamtbelastungssituation des Menschen erfolgen. Eine Richtlinie, die als Leitfaden bei der Lärmbeurteilung und medizinischen Bewertung eingesetzt wird, wird neben aktuellen Ergebnissen der lärmmedizinischen Forschung vorgestellt.
BAUTECHNIK
16:30 Uhr Technische Vertragsbedingungen beim Asphaltbau
Dr.- Ing. Verena Rosauer, Gutachten und Beratung zum Straßenbau, Köln

Die Planung und Ausführung von eingedeckten Verkehrsflächen im Gleisbereich konfrontiert die Disziplin des Gleisbaus mit jener des Straßenbaus. Für eine dauerhafte Ausführung der Verkehrsfläche ist das Verständnis für die Anforderungen und Einflüsse aus beiden Bereichen bedeutend. Aus diesem Grund sollte die Planung sehr umfassend sein und alle Aspekte berücksichtigen, welche für die Bauweise der Eindeckung (aus der Sicht des Gleisbaus) bzw. des Oberbaus (aus der Sicht des Straßenbaus) entscheidend sind. Ist die geplante Bauweise für die spätere Nutzung und Belastung ungeeignet oder kann sie aufgrund der Rahmenbedingungen nicht optimal ausgeführt werden, entstehen zwangsläufig frühzeitig Schäden. Eine detaillierte und widerspruchsfreie sowie zutreffende Leistungsbeschreibung ist eine wesentliche Voraussetzung für sowohl realistische Angebote als auch ein klares Vertragsverhältnis.
17:00 Uhr Asphalteindeckung im Streckennetz der rnv
Frank Dommasch, Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv), Mannheim

Traditionell teilt sich die Straßenbahn im innerstädtischen Bereich die Straße mit dem motorisierten Individualverkehr. Die Gleisanlagen verlaufen oftmals als straßenbündiger Bahnkörper in den Fahrspuren der Fahrbahn – die Schiene stellt somit eine Störstelle in der Verkehrsfläche dar. Die Asphalteindeckung ist abhängig von der Belastung. Da die Einbauqualität bei wirtschaftlichen Nutzungsdauer der Eindeckung eine große Rolle spielt, hat die rnv klare Einbauanweisungen erstellt und die Verantwortung der Überwachung bei der örtlichen Bauüberwachung angesiedelt. Wie es gelingt, eine möglichst hohe Qualität beim Asphalt zu erzielen, ist Gegenstand dieses praxisnahen Vortrags.
17:30 Uhr Programmende 1. Tag
18:00 Uhr Gemeinsames Rahmenprogramm mit „get together“ Abendessen


Mittwoch, 10. Mai 2017

Betrieb / Planung

09:00 Uhr Planungsbegleitende Visualisierung – Prozesskoordination mit 3D-Echtzeitmodellen
Oliver Krebs, V-KON.media GmbH, Trier

Komplexe und größere Bauvorhaben, Instandsetzungsmaßnahmen und Änderungen erfordern eine sorgfältige Planung und Abstimmung mit Betroffenen und Behörden. Auch das Zusammenwirken von räumlich getrennten Prozessbeteiligten ist mit einem hohen Kommunikationsaufwand verbunden, damit ein durchgängiges Planungsverständnis für die Aufgabenstellung, Zusammenhänge und Bauabläufe erzielt werden kann. Die 3D-Echtzeit-Visualisierung ermöglicht dazu eine deutliche Verbesserung der Koordination in allen Planungs- und Realisierungsphasen von Verkehrsprojekten. Die planungsbegleitende, iterative Entwicklung von Computermodellen eignet sich ganz besonders, um ein durchgängiges Verständnis aller Beteiligten zu erzielen und damit erheblich bessere Ergebnisse zu realisieren. An verschiedenen Projekt-Beispielen werden die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen von 3D-Echtzeitmodellen im Verkehrswegebau aufgezeigt.
09:30 Uhr Empfehlungen für Anlagen des öffentlichen Personennahverkehrs (EAÖ) 2013
Andreas Neukirch, Dresdner Verkehrsbetriebe AG, Dresden

Die „Empfehlung für die Anlagen des öffentlichen Verkehrs“ (EAÖ) basieren auf dem „Personenbeförderungsgesetz“ (PBefG) und der BOStrab. Die Empfehlungen behandeln den Entwurf und die Dimensionierung der technischen Anlagen und beziehen sich in erster Linie auf Straßenbahnen und Busse. Die Intention ist, den weitaus überwiegenden Normalfall darzustellen und Hinweise dazu zu geben, welche Lösung unter normalen Bedingungen anzustreben ist.
10:00 Uhr Planung von Betriebshöfen und Werkstätten
Holger Gestering, Planungsgruppe Gestering, Knipping, de Vries, Bremen Frank Rathsack, Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH & Co. KG

Nach den schweren Schäden, die das Elbehochwasser im Jahr 2013 am Straßenbahnbetriebshof Nord verursacht hat, nimmt der Neubau eines hochwassersicheren Betriebshofs Nord mit einer Kapazität von 90 Straßenbahnen inzwischen Formen an.
10:30 Uhr Kaffeepause im Foyer
Kommunikation
11:00 Uhr Unternehmens-Kommunikation – die zukünftige Ausrichtung bei der VBZ
Silvia Behofsits, Verkehrsbetriebe Zürich

Neue Kundenbedürfnisse, Technologien und Mitbewerber werden zu tiefgreifenden Veränderungen der Verkehrssysteme führen. Die VBZ positioniert sich als führendes Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs mit einer starken Marke, um sich diesen neuen Herausforderungen zu stellen und die Zukunft innovativ mitzugestalten. Basis für den Unternehmenserfolg und die Umsetzung der Strategie ist die Unternehmenskultur mit ihren Grundwerten. Da die Menschen eine Kultur prägen, muss diese auch in den Köpfen und Herzen der Mitarbeitenden verankert werden. Dabei spielt die dialogorientierte Kommunikation eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche und engagierte Umsetzung.
11:30 Uhr Bürgerbeteiligung in der Planungs- und Bauphase der Mainzelbahn
Johannes Köck, Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH

Es ist eines der größten Projekte für den Mainzer Nahverkehr: die Mainzelbahn vom Hauptbahnhof zum Lerchenberg. Ihr Baubeginn war im Mai 2014 – am 11. Dezember 2016 startete der Linienverkehr wie geplant. Es war ein langer, baustellenreicher Weg bis dahin. Projektleiter Johannes Köck stellt den Bau der 9,2 km langen Strecke vor.
12:15 Uhr Erläuterungen zur Exkursion ins Netz der MVB
Axel Oelke, Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH & Co. KG
12:45 Uhr Mittagsimbiss im Foyer
13:30 Uhr Exkursion
15:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Moderation: Karsten Reichenbacher, Gleiswerkstatt Karlsruhe

Interessierten Unternehmen bieten wir die Möglichkeit ihre Produkte im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren.


Informationen zur Veranstaltung

Das Forum findet im Herrenkrug Parkhotel an der Elbe statt. Eine detaillierte Anfahrtsbeschreibung finden Sie im Internet unter www.herrenkrug.de.
Für die Anreise mit der Bahn erhalten Sie weitere Informationen unter www.bahn.de
Als Fortbildungsveranstaltung anerkannt von der Ingenieurkammer-Bau NRW (gemäß § 6 der FuWO) für Ingenieure/Beratende Ingenieure unter der Nr. 38592

Teilnahme

Die Teilnahmegebühr für das Forum beträgt inkl. Tagungsunterlagen, Teilnahmezertifikat, Tagungsverpflegung und Rahmenprogramm 610,00 Euro.
Studierende und Mitarbeitende an Hochschulen können zu Sonderpreisen teilnehmen. Bitte sprechen Sie uns an!

Es gelten unsere Teilnahme- und Zahlungsbedingungen.

Anmeldeschluss ist Freitag der 05. Mai 2017!

Wir haben ein Kontingent an Zimmern im Tagungshotel reserviert.

Die Übernachtungspauschale beträgt 90,00 Euro (pro Person/Nacht im EZ) inkl. Frühstück.
Die Zimmerreservierung können Sie direkt mit der Anmeldung vornehmen. Da das Kontingent von uns verwaltet wird, sind Reservierungen direkt im Hotel nicht möglich.

Hier geht es zur Buchung
Kontakt

RS Gleisbau GmbH
Tina Gruber
Eventmanagement
In den Kreuzfeldern 2
54340 Longuich (bei Trier)

Tel.: +49 6502 99 41 – 67
Fax: +49 6502 99 41 – 68

tina.gruber@rs-gleisbau.de

Veranstaltungsort

Herrenkrug Parkhotel an der Elbe
Herrenkrug 3
39114 Magdeburg

Tel.: +49 391 8508-0
Fax: +49 391 8508-501

info@herrenkrug.de
www.herrenkrug.de