Erfolgreiche 13. Auflage des Branchentreffs – Stadtbahnforum in Magdeburg (1. Tag)

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Der originalgetreu im Jugendstil renovierte Große Saal bot den optimalen Rahmen für den diesjährigen Branchentreff:

Das 13. Stadtbahnforum fand am 09.-10. Mai 2017 im historischen Ambiente des Parkhotels Herrenkrug in Magdeburg statt. Zwei Tage lang diskutierten 160 Teilnehmer mit hochkarätige Experten aus Wissenschaft und Praxis über aktuelle Themen aus den Bereichen Planung, Finanzierung, Lärmschutz, Bautechnik, Interaktion und Kommunikation mit dem Bürger.

Konrad Schnyder, der Präsident des Owner Boards der Rhomberg Sersa Rail Group, eröffnete das Stadtbahnforum.

 

  1. Birgit Münster-Rendel, Geschäftsführerin der Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH & Co. KG stellte ihr Unternehmen fundiert und engagiert vor. Die MVB sieht den Abbau von Rückständen in der Infrastrukturinstandhaltung und die Abwendung von Fachkräftemangel als strategische Aufgaben der nächsten Jahre.
  2. Lebens(t)raum Straße – ökologische & soziale Stadtplanung war das Vortragsthema von Frau Prof. Dr. Ulrike Reutter, von der Bergischen Universität Wuppertal. Sie sieht den Beitrag des Verkehrssektors zur Erreichung der CO2 Ziele nur mit einer massiven Reduzierung der PKW Dichte in Großstädten auf 15 % (150 PKW/1000 Einwohner) erreichbar. Wir brauchen vor allem lebenswerte Städte und Regionen. Die Herausforderungen sind enorm, der öffentliche Verkehr kann Teil der Lösung sein, muss sich aber verändern und in eine gesamtstädtische Strategie eingebettet werden. Gute Beispiele gibt es bereits vielerorts – diesen gilt es nachzueifern.
  3. Max Reichenbach, vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), stellte in seinem Vortrag Urbane Luftseilbahnen: Besondere Herausforderungen beim Einsatz in der Stadt Chancen und Hemmnisse vor, die Luftseilbahnen für den urbanen Raum bringen. Bis zu einer Entfernung von 10 km können Seilbahnen eine sinnvolle Alternative zu traditionellen Verkehrsmitteln wie Bus, Straßenbahn oder U-Bahn sein, als reine Punkt-zu-Punkt-Verbindung können sie jedoch keine Probleme in der Fläche lösen.
  4. ÖV-Finanzierung von Stadtbahninfrastruktur war der Titel des Vortrags von Meinhard Zistel, Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV), Köln, in dem er Vorschläge für eine Weiterentwicklung des heutigen Finanzierungssystems zu einem nachhaltigen und langfristig tragfähigen Zukunftssystem aufzeigte. Fahrgeldeinnahmen sind der wichtigste Finanzierungsbaustein des ÖPNV – die durch Fahrgaststeigerungen und Tariferhöhungen von 2007-2016 kontinuierlich gesteigert werden konnten. Der positive Trend steigender Kostendeckungsgrade ist allerdings seit 2012 unterbrochen, da höhere Investitionen in Ausbau und Erneuerung fließen. Die GVFG Bundesmittel sollen dauerhaft und ungekürzt bis Ende 2024 fortgesetzt werden – allerdings mit einer “Versteinerung” auf den aktuellen Wert von 300 Mio EUR pro Jahr. Die Drittnutzer-/Nießnutzerfinanzierung bietet hingegen mittel- bis langfristig erhebliches Potential um ergiebige und planbare Finanzmittel für den ÖV zu generieren, wobei diese vorwiegend im urbanen Raum gesehen werden.
  5. Der Vortrag von Michael Cik, Institut für Straßen- und Verkehrswesen, Graz: Lärm- und Erschütterungsemissionen von Straßenbahnen und deren Wirkung auf die Anwohner beleuchtete ein brandaktuelles Thema. Herr Cik machte die Teilnehmer mit der Psychoakustik vertraut, die sich aus den Parametern Lautheit, Lautstärke, Schärfe, Schwankungsstärke, Rauigkeit und Klanghaftigkeit zusammensetzt. Mit Hilfe der Psychoakustik können die Wirkungseinflüsse von Lärm- und Erschütterung auf den Menschen besser bewertbar gemacht werden.
  6. Dr.- Ing. Verena Rosauer, Gutachten und Beratung zum Straßenbau, Köln sensibilisierte die Teilnehmer mit ihrem Vortrag Technische Vertragsbedingungen beim Asphaltbau auf detaillierte, widerspruchsfreie und zutreffende Leistungsbeschreibungen zu achten, um sowohl realistische Angebote zu erhalten und im Auftragsfall ein klares Vertragsverhältnis schaffen zu können. Für eine dauerhafte Ausführung von belasteten Verkehrsflächen ist das Verständnis aller Beteiligten für die Anforderungen und Einflüsse aus dem Gleis- und dem Straßenbau von ausschlaggebender Bedeutung.
  7. Asphalteindeckung im Streckennetz der rnv so der Titel des Vortrags von Frank Dommasch, von der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) in Mannheim. Die Regelbauarten der rnv und der fachgerechte Einbau bildeten den Schwerpunkt seines Beitrags. Neben einer Einbauanweisung setzt die rnv auf eigene kritische Baubegleitung und -überwachung. Eine umfangreiche Dokumentation, bestehend aus Fotos, Temperaturmessungen und der Anzahl von Walzüberfahrten, soll vor allem die Schäden entlang der Schiene und Einbauten durch bestmögliche Verdichtung der Asphalttragschichten vermeiden. Sein Fazit: Durch die richtige Auswahl der Asphaltdeckschicht (Splittmastix oder Asphaltbeton) mit einer ausreichenden Abstufung der Tragschichten können Verformungen und Schäden durch den Individualverkehr in Grenzen gehalten werden – wobei beim Einbau besonderes Augenmerk auf die Verdichtung der einzelnen Asphaltlagen zu legen ist.

Ende 1. Tag. Fortsetzung folgt.

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